Ovitate suntiones minti sunt alique quibus vella conet.

Stell dir vor, es gibt eine Möglichkeit unsere sakrale und schöne Stiftskirche auf kreative und ungewohnte Weise erscheinen zu lassen. Und das, ohne auch nur das Kirchengebäude dafür betreten zu müssen.

Das Alles wird demnächst Realität. Und zwar auf sportliche Weise. Denn an den beiden aus Tuffstein gebauten Seitenwänden der Haupteingangspforte an der Stiftskirche, ungefähr zehn Meter hoch, entstehen aktuell liebevoll eingerichtete Sportkletterrouten. Nur mit Seil, Klettererfahrung und sportlichem Ehrgeiz kann die Stiftskirche nun von Höhenbegeisterten erklommen werden. Denn der löchrige und harte Tuffstein bietet sich dafür hervorragend an und die Routen kommen daher ganz ohne die bunten Klettergriffe aus den Kletterzentren aus.

„Kirche - zum greifen nah“ lautet unser Motto. Dahinter verbirgt sich unser Andy Kögl mit Martin Seeger, die Teil des mehrköpfigen Kletterteams um unseren Kletterraum „Giebel“ im CVJM sind.

„Wir möchten damit einer stark wachsenden und bereits sehr großen Kletterszene im Ermstal die Möglichkeit bieten, auch mit unserer starken und großen Kirchengemeinde in Kontakt zu kommen“, so Andy. So soll der Kirchengemeinde und der Klettergemeinschaft eine vertikale Brücke gebaut werden.

Die Sportkletterrouten werden voraussichtlich im Schwierigkeitsgrad 7+ (UIAA) und aufwärts liegen, sodass überwiegend erfahrene Sportkletterer am Tuffstein projektieren können, die zum Beispiel Lust auf eine Afterwork-Session ohne langen Zustieg haben. Der naturbelassene und unveränderte Tuffstein gibt somit vor, für wen die Kletterrouten geeignet sind. In naher Zukunft kannst du also vom Ortskern aus Kletterbegeisterten an der Stiftskirche zusehen, und das von der nahegelegenen Post, Apotheke oder Metzgerei aus.

„Wichtig ist, dass man sich um die Stiftskirche und ihren Denkmalschutz keine Sorgen machen muss. Denn die optisch sehr unauffälligen und kleinen Bohrhaken stören das Erscheinungsbild unserer schönen Kirche in keiner Weise. Gerade in Zeiten, in denen oftmals teuer renovierte Kirchengebäude leer stehen und Menschen nicht mehr in Berührung mit der Kirche kommen, muss buchstäblich auch mal nach ungewohnten Ideen gegriffen werden“, findet Andy.

Das Klettern an den eingerichteten Routen wird vorrangig erfahrenen Kletterern empfohlen und geschieht auf eigene Gefahr. Unsere Kirchengemeinde und das Kletterteam bittet darum, außerhalb der Gottesdienstzeiten, nicht während einer Taufe, Hochzeit oder Trauerfeier an den Routen zu klettern. Hinweisschilder an den Seitenwänden weisen auf die wichtigsten Verhaltensregeln hin.

Unsere Gebäude als Sprachrohr unserer formulierten Grundwerte als Gemeinde Gottes zu nutzen, ist nicht immer einfach. Die Spannung zwischen Gebäudeschutz und Hygienekonzepte einerseits und Räume für Kreativität und Neues zu öffnen andererseits gilt es auszuhalten.

Der Wunsch hinter „Kirche - zum greifen nah“ ist es, eine wachsende und große Community darauf aufmerksam zu machen, dass wir Sport, die Natur und vor allem Felsen lieben. Denn auf einem stehen wir als Kirche sicher: Christus, unser Fels.

Schau doch ab Juni oder Juli mal an unserer Stiftskirche vorbei. Vielleicht entdeckst du nicht nur die Bohrhaken, sondern auch einen Kletterer, der gerade mit unserer Kirche in Berührung kommt.

Bei Fragen, Unverständnis und neuen, ungewohnten Ideen darfst du dich bei unserem Andy Kögl melden.